Hallo liebe Menschen! Heute habe ich eine Kurzgeschichte für euch, die ich vor einem halben Jahr in einem kreativen-Schreiben-Seminar entwickelt habe. Nachdem ich lange mit Ideen herumgetüftelt hatte, bin ich zufällig auf die Kurzgeschichtensammlung Simetrías der argentinischen Autorin Luisa Valenzuela gestoßen. Das gesamte Buch kann ich jeder / jedem nur ans Herz legen, und eine davon, La Llave („Der Schlüssel“), hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und hat auch meine Kurzgeschichte inspiriert. Viel Spaß beim Lesen!
Es
war einmal ein König, der hatte eine Tochter… So fängt meine Geschichte an. So
wird sie erzählt, ich werde besprochen, analysiert, verklagt, als Beispiel
genommen — als schlechtes, natürlich — dargestellt, neu interpretiert. Ich bin
hundert Versionen meiner selbst aus hunderten von Mündern. Dabei wird mir gerne
eine schlechte Charaktereigenschaft hinterhergeworfen. Es sei eine Sünde, es
gehöre sich nicht, eine feine Dame — nein, eine Königstochter — hat sich nicht so zu verhalten. Selbst schuld,
sagen sie, wenn sie erfahren, dass ich im kleinen Häuschen auf Stroh schlafen
muss, wo ich doch zwischen Federbetten aufgewachsen bin.