Hallo liebe Menschen!
Eine der zentralen Messages, die ich bisher aus meinem
Studium mitgenommen habe, ist, dass es in der Sprachwissenschaft erstmal gar
nicht so sehr darum geht, ob es etwas richtig oder falsch ist. Vielmehr wird
sich in der Linguistik damit beschäftigt, wie sich Sprache verändert, wie sie
reglementiert wird, welche Annahmen Sprecher:innen über Sprache(n) haben.
Gerade in der Soziolinguistik wird deshalb viel hinterfragt – und Diskurse
darüber, wie Menschen zu sprechen haben, werden in diesem Rahmen genauso unter
die Lupe genommen wie zum Beispiel die Tatsache, dass der Nutzen von dem
Genitiv im Deutschen immer weiter zurückgeht – und dass sich sehr viele darüber
ziemlich aufregen. Die Sprachwissenschaft ist zum Großteil deskriptiv, also
beschreibend – die Anzahl der Linguist:innen, die lautstark den Niedergang der
schönen deutschen Sprache beklagen, dürfte sich daher naturgemäß in Grenzen
halten. Und nein: Auch wenn die Generationen Z und Alpha eins mit ihren überdimensionierten Handybildschirmen werden und nur noch in für ältere unverständlichen Anglizismen und Memes kommunizieren (irony off), wird die deutsche Sprache nicht aussterben. Denn sie verändert sich – wie auch alle anderen
natürlichen Sprachen – ganz naturgemäß im Laufe der Zeit. Aber was ist das
denn eigentlich, die deutsche Sprache? Und was ist sie nicht?
Es soll in diesem Beitrag um die Frage der Grenzziehung gehen – und um die Frage nach richtig und
falsch: Wie nennen wir diese gelbe Masse aus pürierten Kartoffeln? Ich wäre für
Kartoffelbrei, meine Großmutter hätte wohl Stopfer g’sackt –
Verzeihung, gesagt. War das gerade noch Deutsch?